Abschied! Am Dienstagmorgen ging es früh los, in Richtung Heimat. Die Vannøya-Gruppe wird von Bjørna zum Flughafen gebracht. Eine erfolgreiche Angelwoche liegt hinter uns. Alles hat gepasst: Das Wetter, das Revier, die Beißlaune der Fische, die netten Gastgeber inkl. der hervorragenden Verpflegung von Sonja, die Stimmung in der Gruppe, das Angelgerät, einfach alles. Das Versprechen, dass es jedem möglich sein wird, einen Heilbutt an den Haken zu bekommen, ist nicht ganz erfüllt worden. Doch mit 9 gelandeten Fischen und zahlreichen Bissen, die nicht an die Oberfläche kamen, kommen wir wohl auf weit über 17 (Teilnehmerzahl) Kveite-Attacken. Also, alles war möglich! Auch die Angelzeit hätte man noch verdoppeln können, denn es war ja bereits Tag und Nacht hell. Nebenbei wurden sehr viele Steinbeißer und Dorsche gefangen - das soll nicht zur Nebensache werden, denn auch diese Fische haben uns viel Sport geboten und volle Fischkisten gebracht.
Auch das Gerät vom Veranstalter Eisele wurde aufs härteste getestet und beansprucht. Verluste gab es fast nicht zu beklagen, außer dass Ralf (Außendienst Sänger/Eisele) die neue Everol Waterproof (bis hierhin im Test) aus lauter Übermut mitsamt Rute und was da so dranhing in die ewigen Jagdgründe schickte. Etwas ungeschickt, aber es passiert immer wieder! Drei Kollegen der Gruppe gaben zu, auch schon mal etwas über Bord gehen lassen zu haben. Daher der Tipp von Michael Janke, der alle Weltmeere beangelt hat, sein Gerät mit einer Sicherungsleine immer am Boot zu befestigen. Wenn man sich dieses zur Gewohnheit macht, kann einem schwere See, Unachtsamkeit, Übelkeit oder ein besonders großer Fisch nicht zum Verhängnis werden!
Michael Eisele (Autor) hat dieses auch erlebt: "In dieser Woche habe ich meine Angeln festgehalten! Mir war es gegönnt, auch eine Everol-Multi aus Italien zu testen. (Gerätebeschreibung ab kommender Woche auf www.meeresprogramm.de.) Einfach genial diese Rolle, eine der besten Bremsen, die ich je im Drill hatte! Gepaart mit der neuen Norge-Challanger (30-50 lbs), die ich als Prototyp zum Testen mit hatte, war mein Angelgerät für diese Woche perfekt zusammengestellt. Anderes Gerät braucht es nicht! Für die „schwere“ Angelei auf Heilbutt habe ich die 30-50lbs Rute entwickelt und gefischt, zusammen mit Enrico, der diese Rute für seine Kunden auf Hitra für die Leng-Angelei benötigt. Für die „leichte“ Angelei fische ich natürlich die bekannte Schwester, die Havsei-Challenger, die es ja bereits seit einem Jahr im Handel gibt. Sorry: einfach geile Ruten!
Nun ja, was hängen wir daran? Es wurde und wird ja viel über die Heilbuttangelei geschrieben und gezeigt. Gummi ist das Zauberwort! Was ist nun dran an den Gummi-Geschichten? Viele, auch ich, folgten den Gummi-Tipps. Ich angelte ausnahmslos (in den Heilbuttdriften) mit Gummi. Eigens aus USA von den Kollegen bei Firma Sänger besorgt, die Storm Giants-Eyes-Jigs. Oder unsere Fishtek Rattle-Shads. Attacken hatte ich mehrere, doch mein Missgeschick mit dem halben Gummi (ich berichtete) und ein verlorener Mittelklasse-Dorsch, den ich verlor, haben mich sogar zweifeln lassen an dem Gummieinsatz. Aber ich wollte es wissen und angelte (erfolglos) weiter mit den Gummis. Ein Dorsch im Drill mit einem Gummifisch bringt oft (wie bei mir) einen Drill wie eine Spirale mit sich, der Dorsch verdreht sich im Gummi samt Schnur. Ein Verlust ist vorprogrammiert. Die Eisen-Fetischisten wie Dieter waren da erfolgreicher. Jeder Butt, der ein Eisen attackierte, wurde auch sicher gehakt. Und jeder Beifang, ob Steinbeißer oder Dorsch, ging dann auch diesem Eisen hinterher. Unser Fazit: 17 Angler, 9 Butt. 3 mit Gummi, 6 mit Eisen. Und, die Eisenangler legten zahlreiche Steinbeißer auf die Planken. Einen Steinbeißer, der auf Gummi gebissen hat, gab es nicht. Für mich ist diese Auswertung sicherlich „nur“ eine statistische Ansicht. Ich denke, jeder der seinen Köder zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat, wird einen Erfolg verbuchen. Ich betrachte bei jedem Köder die Vorteile: das Gummi hat ein lebendigeres Spiel als ein Eisen und kann ruhig und entspannt am Grund geführt werden. Hänger sind selten. Das Eisen (z.B. der von uns gefischte Jökel-Pilker, der Stainless-Steel von Solvkrøken) bringt mit seiner hochglänzenden Oberfläche viel Lichtreize in die Tiefe und er taumelt extrem schön, welches alle Fische im Atlantik anspricht.
Finden wir gezielt platten Sandgrund, ist das Spiel des Gummis sehr empfehlenswert. Angeln wir auf wechselnden Untergründen, ist wohl die Erfolgsquote insgesamt beim Eisen größer, wenn wir nicht nur gezielt den Heilbutt beangeln. Es bleibt: für jeden Geschmack etwas und spannend ist jede Methode allemal. Soweit mein Fazit zu unserer Vannøya-Tour."
Wie im Vorbericht erwähnt, habe ich mit meinen Freunden Thomas und Jens die Vannøya-Gruppe in Tromsø auf dem Flughafen verlassen. Janne, die Kollegin von Solvkrøken ist nach Oslo geflogen, die Vannøya-Gruppe nach Hamburg und wir nach Trondheim, um die zweite Eisele-Tour auf Hitra bei Enrico zu besuchen. Kebu (Alexander Kebernik, als Guide auf Hitra) hat uns in Sandstadt an der Fähre abgeholt, die uns von Trondheim auf die Insel brachte. Kaum im Camp Sjöhusferie in Kveanvaer angekommen, stand eine Gruppe schon zur Ausfahrt bereit und wir ließen uns nicht lange fragen: Lust auf Großköhler? Gesagt, getan. Kebu bringt uns auf eine Stelle, nur 30min Fahrzeit entfernt. Wir steuern eine Untiefe an und was sich hinter dieser Klippe abspielte, spottet jeder Beschreibung. Kaum liegen wir in der Drift, wird es schwarz auf dem Sonar. So was sieht man selten! Wahnsinn!! Kaum sind die ersten Pilker in der Flucht, biegen sich die ersten Rutenspitzen. Wie wir hier auf Großköhler angeln, ist ja lange kein Geheimnis mehr: 120 Gramm Back Panter in die Tiefe schicken. Ein, zwei Zupfbewegungen testen an, ob nicht ein Dorsch unter dem Fischschwarm seine Malzeit sucht. Dann schicken wir unseren Pilker auf die Reise nach oben. Und das so schnell wir drehen können! Diese Flucht verfolgen dann die ganz großen! Entweder steigt ein solcher ein wie der Seelachs von Jens mit 12 Kilo oder aber ein kleiner „Zappler“ wie wir in nennen. Diesen Zappler lassen wir noch einmal absacken, um ihn dann nicht ganz so schnell einzuholen. Oft bringt dieser Zappler einen Überbiss eines großen Räubers mit sich. Erleben wir solch einen Biss, dürfen wir nicht anschlagen. Im Gegenteil: Am besten ist es, den Freilauf ein Stückchen zu öffnen, damit der Große den Kleinen herunterschlucken kann. Dann folgt der Drill! Die Fluchten dieser Räuber sind atemberaubend! Nicht jeder Fisch wird mitgenommen, denn ein Releasen ist bei dieser Angelei fast eine Pflicht, sind denn die Fische unverletzt. Zu viel Seelachs kommt nach oben.
Dieser Abendtörn war ein weiteres Highlight unserer Angelwoche.
Am darauf folgenden Tag fuhr die erste Truppe bereits im Morgengrauen hinaus auf den Atlantik, jedoch bei recht starker Dünung und Drift. Super Bisse wurden verloren, zu groß der Druck auf den Fischen auf Örneklakken. Trotzdem wurden die Kisten voll und die Gruppe kam erfolgreich in den Hafen zurück.
Am Abend dieses Tages lud mein Freund Harold zum Geburtstag ein. Eine kleine internationale Party wurde gefeiert. Holland, Norwegen und Deutschland gaben sich ein Stelldichein beim Mitternachtsblues! Harold lebt in Kveanvar und bietet ab diesem Jahr ein weiteres Highlight auf Hitra an: Mit seiner Wilma II, einem Großkatamaran, der 12 Angler bis an den Kontinentalshelf bringen kann, bietet Harold ein Fischen der Extraklasse auf dem Atlantik, westlich von Hitra. www.Hitra.nl
Unser letzter Tag auf Hitra brachte zu viel Wind, um auf den offenen Atlantik zu fahren. Heilbutt, Dorsch, Steinbeißen lagen bereits in unseren Tiefkühlboxen, die mit 15 Kilo ihr Maß erreicht hatten. Den großen Seelachs haben wir gefangen. Also entschieden wir, heute nicht zu fischen, denn der Plan, dass Dirk (Ditters) uns noch einen Leng an den Haken bringt, scheiterte an der zu starken Drift. Somit entschieden wir uns, eine traumhafte Bootstour durch die Scheren Hitras zu unternehmen. Dieser Ausflug lohnte sich, um einmal zu entspannen, um traumhafte Ecken zu sehen und um in der Natur mal einen Adler zu beobachten. Ein super schöner Ausklang einer erlebnisreichen Angelwoche! Danke Dirk.
Am Abend ergab es sich noch, dass die Tour-Guides einmal zusammentrafen. Außer Wolle waren nämlich einmal alle Guides im Camp, was in dieser Woche selten war, es wurde doch in mehreren Schichten geangelt. Mit 3 Booten wurden die Eisele-Tour-Teilnehmer regelmäßig an den Fisch geguidet. Also ein volles Programm und ein erfolgreiches hinzu. Siehe Berichte Hitra!
Enrico, Kebu, Dirk, Harold und Norman, der einen neuen aktuellen Hitra-Film fürs Eisele-Team produziert, fachsimpelten über die Angelei vor Hitra. Neue Tackle-Ideen wurden zusammengetragen und neue Touren geplant. Am nächsten frühen Morgen fuhr Enni uns dann nach Fillan auf Hitra, wo uns die Fähre nach Trondheim einsammelte. Adieu Norwegen, Adieu Sonja, Björna, Enni, Kebu, Harold, Dirk, Wolle, Norman, Janne und an alle Mitangler und -Reisenden.
Es war eine tolle Zeit!
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